GC Schwarze Heide feiert den Oberliga-Aufstieg

Felix Duden hätte jeden einzelnen seiner Spieler umarmen können. Der Kapitän des GC Schwarze Heide war stolz auf seine Mannschaft, die auch am abschließenden Spieltag der Landesliga nicht die Nerven verlor und mit einem zweiten Platz in der Spieltagswertung den Aufstieg in die Oberliga perfekt gemacht hatte. Umarmt wurde jedoch Duden selbst. Die Spieler schnappten sich ihren Captain während der spontanen Aufstiegsfeier und beförderten ihn am heimischen Clubhaus mit sattem Schwung und in hohem Bogen in den Teich. Duden kletterte pitschnass aber mit einem Lachen auf den Lippen aus dem Biotop. „Da muss man wohl durch“, erklärte er und begrüßte Sekunden später Marcel Kunefke. Dem Pro des Klubs war dieselbe abkühlende Ehre zu Teil geworden.

Der letzte Aufstieg in die Oberliga liegt schon mehr als ein Jahrzehnt zurück, die vergangenen Spielzeiten hatten die Kirchhellener zwar immer wieder in der Spitzengruppe der Landesliga abgeschlossen, der große Wurf gelang ihnen aber nicht. Auch, weil der Klub seinen Prinzipien treu geblieben war. „Wir verpflichten keine Leistungsträger, sondern setzen auf unsere Eigengewächse und intensives Training“, erklärt Duden. Ein Konzept, das sich in diesem Jahr in beeindruckender Manier auszahlte.

Die Kirchhellener dominierten ihre Landesliga-Gruppe unerwartet deutlich. Schon am ersten Spieltag wurde ein Zeichen gesetzt. Duden und Co. nutzten ihren Heimvorteil, holten den Spieltagssieg und distanzierten den Meisterschaftsfavoriten G&LC Ahaus mit mehr als 20 Schlägen Vorsprung auf den zweiten Platz. Auch an den beiden folgenden Spieltagen waren die Kirchhellener nicht zu bremsen. In Westerholt gelang ein weiterer Tagessieg, ebenso im Hünxerwald. Ein glatter Durchmarsch gelang den Kirchhellenern aber nicht: Am vierten Spieltag gab es in Ahaus den ersten und einzigen Dämpfer. Duden und Co. mussten sich hinter Gastgeber Ahaus und dem GC Hünxerwald mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Die Ausgangslage für den abschließenden Spieltag in Recklinghausen blieb aber bestens. Ein dritter Platz musste her, um Ahaus auf Distanz zu halten. Die Kirchhellener erfüllten ihre Aufgabe. Mehr noch. Der GC Schwarze Heide belegte in Recklinghausen den zweiten Platz hinter dem Gastgeber und setzte sich mit deutlichem Vorsprung gegen die Ahäuser durch, denen damit nur der dritte Platz in der Tageswertung und die Vizemeisterschaft blieb.

Einen einzelnen Spieler wollte Felix Duden auch diesmal nicht hervorheben. Der Kapitän erklärte: „Unsere mannschaftliche Geschlossenheit und unser Teamgeist haben in dieser Saison den Ausschlag gegeben. Egal, wo wir in diesem Jahr gespielt haben, wir sind als Team aufgetreten. Und das gilt nicht allein für die Spieler, die zum Einsatz gekommen sind. Die Ersatzleute haben sich immer in den Dienst der Sache gestellt und haben während der Spieltage als Beobachter für Unterstützung gesorgt. Wir dürfen stolz darauf sein, wie wir uns und den Verein in dieser Saison präsentiert haben.“ Stolz auf das Erreichte ist auch Klub-Präsident Hartwig Keidel, der bereits am Samstag der Mannschaft seine Glückwünsche überbrachte: „Das Team hat in dieser Saison eine fantastische Leistung abgeliefert. Und zwar nicht nur sportlich. Die Mannschaft ist ein tolles Aushängeschild für unseren Verein.“

Das beste Ergebnis in Recklinghausen fuhr Alexander Kuhn ein, der den Kurs in der Kreisstadt mit fünf Schlägen über Par beendete (77 Schläge). Kuhn stellte im Vestischen Golfclub sieben Bogeys zwei Birdies entgegen und überzeugte nach anfänglichen Problemen vor allem auf der Back Nine (eins über Par). Gute Resultate erzielten auch Daniel Roesner (78), Felix Duden (80) und Lucas Goriwoda. (81). Den Tagessieg verfehlten die Kirchhellener nur hauchdünn. Gastgeber GC Vest Recklinghausen hatte in der Addition nur drei Schläge weniger auf seinen Scorekarten.

Was die kommende Saison angeht, geben sich die Kirchhellener keinen Illusionen hin. „Wir werden uns alle steigern müssen, wenn wir in dieser Liga Fuß fassen wollen“, sagt Felix Duden. Gefragt sein wird dann auch Marcel Kunefke. Der Pro des GC Schwarze Heide hatte das Team mit großer Akribie auf die Herausforderungen der nun abgeschlossenen Saison vorbereitet und ist sich sicher, dass Steigerungen möglich sind: „Die Jungs wissen, dass es in der Oberliga schwer wird. Im Schnitt werden sich die Runden um drei oder vier Schläge verbessern müssen. Aber das Potenzial ist vorhanden. Und wenn die Mannschaft weiterhin so zusammenhält, werden wir auch in der neuen Spielzeit viel Spaß haben. Wir werden nach den Clubmeisterschaften die Vorbereitung aufnehmen.“